Das Konzept

Region

 

Für unser Projekt wollen wir in erster Linie Talente aus "OWL", also aus Ostwestfalen-Lippe gewinnen. Regionale "Basketballzentren" sind aktuell Bielefeld, Herford, Gütersloh/Rheda bzw. Warburg. Dabei wollen wir die Region nicht auf den klassischen Kernbereich von OWL, den Regierungsbezirk Detmold, aufgeteilt in die Basketballkreise Ostwestfalen (30 Vereine) und Paderborn (27 Vereine) begrenzt verstehen, sondern auch angrenzenden Gebiete einbeziehen.

 

Dies ist insbesondere der Basketballkreis Unna/Soest (24 Vereine) mit Städten wie Lippstadt oder Soest, die durch die Deutsche Bahn und die A44 eine gute Verkehrsanbindung an Paderborn und Salzkotten haben und somit zum Einzugsbereich gehören.

 

Talente aus anderen Gegenden sind selbstverständlich immer willkommen, gehören für uns aber nicht zur unmittelbaren Zielgruppe des Projekts.

 

Es ist bei dem Projekt nicht die Absicht in den Vereinen der Region zu "wildern" und wahllos Talente ihren Stammvereinen abspenstig zu machen. Vielmehr wünschen wir uns eine kooperative Zusammenarbeit mit den Vereinen der Region.

 

Durch das erhebliche Know-How und die Vernetzung der zahlreichen kompetenten Partner im Projekt ist es in Paderborn und Salzkotten möglich, Talente ganzheitlich zu fördern. Wegweisend sind hier die Angebote wie die wissenschaftliche Trainingsbegleitung, die Ernährungsberatung, die schulischen Unterstützung und hoch qualifizierte Trainer und Coaches die andere Vereine der Gegend in dieser Form und Vielfalt aktuell nicht bieten.

 

Durch die gute Ausbildung der Talente, die wir in Paderborn und Salzkotten sicherstellen können, wird die gesamte Basketballregion OWL profitieren. Denn nicht alle bei uns ausgebildeten Talente werden auch bei uns langfristig in Seniorenmannschaften spielen können und so wieder zu ihren Stammvereinen oder anderen Mannschaften in der Region zurückkehren. Dadurch wird die gesamte Basketballregion OWL das sportliche Niveau steigern und ihre Bedeutung überregional erhöhen können.

 

Es kann dabei auch vorkommen, dass Jugendliche in unseren Jugendteams spielen und ausgebildet werden und gleichzeitig mit "Doppellizenzen" in Herrenteams ihrer Stammvereine aktiv sind. So profitiert der Stammverein sofort und direkt von der Zusammenarbeit mit unserem Projekt.

 

Dass Vereine der Region von der Ausbildungsleistung der Paderborn Baskets und des TV Salzkotten real profitieren, lässt sich an verschiedenen Beispielen der Vergangenheit und der Gegenwart ablesen. So sind oder waren Spieler die von uns ausgebildet wurden, Leistungsträger in Mannschaften wie TuRa Elsen, TSV Tudorf, VfL Schlangen, Gütersloher TV, DJK GW Rheda, TSVE Bielefeld, BBG Herford usw. Auch der TV Salzkotten konnte immer wieder von Spielern und Trainern aus Paderborn und umgekehrt, die Paderborn Baskets auch von Spielern aus Salzkotten profitieren.

 

Die Zahl dieser profitierenden Vereine soll und wird sich bei einer konsequenten Umsetzung und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit der Vereine mit dem Projekt deutlich erhöhen.

 

Talentsichtung/Talentförderung

 

Die Sichtung und Förderung der Talente aus Paderborn, Salzkotten und der Region OWL, erfolgt durch eine Vielzahl von Maßnahmen.

 

Talentsichtung

 

Die erste Sichtung der Talente im Kreisgebiet Paderborn beginnt mit der flächendeckenden und in ihrer Art bundesweit einmaligen Sichtung aller Drittklässler im Rahmen der "Paderborner Vielseitigkeitsprüfung" und "Talentiade". Weiter werden Talente über die Kreisgrenzen hinaus im Rahmen des regulären Jugendligenspielbetriebs, aber auch bei den Schul- und Bezirksmeisterschaften (bis hin zu "Jugend trainiert für Olympia"), dem in Paderborn befindlichen Landleistungsstützpunkt Basketball, Streetball-Veranstaltungen (z.B. NRW-Streetball-Tour), Durchführung von Basketball-Camps an Wochenenden oder in den Ferien sowie Schulveranstaltungen des Partnervereins "Jump and Joy" gesichtet. Der hauptamtl. Trainer im Projekt wird zusätzlich verstärkt mit den Grundschulen zusammenarbeiten und dort direkt Talente sichten und rekrutieren.

 

Über eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit in der lokalen und regionalen Presse und dem Hörfunk, in einschlägigen Fachzeitschriften, bei den Heimspielen der Mannschaften aus Salzkotten und Paderborn, Kontaktaufnahme zu den restlichen Vereinen in OWL und der Präsenz im Internet, soll der Bekanntheitsgrad des Projekts und der basketballerischen Möglichkeiten in Paderborn und Salzkotten weiter bekannt gemacht und so Jugendliche aus der Region animiert werden sich aus Eigeninitiative unseren beiden Vereinen anzuschließen und am Projekt zu beteiligen und von ihm zu profitieren.

 

Talentförderung

 

Die rein sportliche Förderung der Jugendlichen wird in erster Linie durch die Vereine geleistet (siehe sportliches Konzept). Unterstützt werden sie dabei vom sie dabei durch das Landesprogramm "Talentsichtung/Talentförderung" und das Teilinternat Basketball am Reismann-Gymnasium Paderborn.

 

Insbesondere durch die enge Zusammenarbeit der Vereine PB 91 und TVS wird den Jugendlichen die Möglichkeit geboten ihrem Leistungsstand entsprechend immer auf einem angemessenen Niveau trainieren und spielen zu können. Es wird den Spielern dabei nicht nur die Möglichkeit gegeben frei zwischen den Vereinen zu wechseln, sondern auch für beide Vereine gleichzeitig zu spielen. Beispielsweise ist ein Einsatz in der U18 NRW-Liga für Paderborn und gleichzeitig in der Herren-Regionalligamannschaft aus Salzkotten bei entsprechender Spielstärke denkbar und auch bereits erfolgreich praktiziert worden. In der weiteren Entwicklung ist dann der Einsatz mit einer Doppellizenz für die Regionalliga in Salzkotten und die Bundesligamannschaft in Paderborn vorgesehen. Auch hier gab es schon erfolgreiche Spieler.

 

Als Anreize für auswärtige Talente zu uns zu stoßen bzw. für eigene Spieler uns nicht zu verlassen, haben wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern und –förderern zahlreiche Angebote - über das rein sportliche Angebot hinaus - geschaffen. Im Bereich der Verletzungsprävention und Sportmedizin, arbeiten wir gut und eng mit dem Sportmedizinischen Institut der Universität Paderborn zusammen, durch die Unterstützung der Stiftung Westfalen wird es möglich, eine Internatsunterbringung sowie Fahrtkostenunterstützungen zu zahlen, hoch qualifizierte Trainer einzustellen, oder auch wissenschaftliche Trainingsbegleitung zu finanzieren (siehe Angebote an die Talente).

 

Grundsätzlich gehören für uns alle Mannschaften der Vereine zu diesem Projekt, da aber für uns der unmittelbare Leistungsbasketball erst ab U14 beginnt und frühestens erst ab diesem Alter auswärtige Jugendliche in der Lage sind selbständig anzureisen und die Angebote sinnvoll nutzen können, definieren wir die 1. Jugendmannschaften ab der U14 als "Projektteams" (siehe Grafik "Projekt-Mannschaften"). Im Herrenbereich gelten Mannschaften ab der Landesliga als Leistungsmannschaften und damit als "Projektteams", die der besonderen Förderung (siehe Angebote an die Talente) unterliegen.

 

Sportliches

 

Grundsätzlich gilt es die Spieler ihren Fähigkeiten entsprechend zu fördern und zu fordern. Dabei ist auf die Altersstufe Rücksicht zu nehmen. Gerade in den jüngsten Altersstufe (U8, U10) wird der Schwerpunkt auf die Ausbildung der Vielseitigkeit gelegt. Durch kindgerechtes und spielerisches Herangehen soll der Spaß an der Bewegung im Allgemeinen und am Basketball im Speziellen vermittelt werden.

 

In den älteren Jahrgängen wird dann der Leistungsgedanke in den jeweiligen ersten Mannschaften der Jahrgänge zunehmend wichtiger. Dennoch muss der Spaß am Basketball immer gewahrt bleiben. Die zweiten Mannschaften dienen als "Talentreservoir" und sollen insbesondere "Quereinsteigern" und "Spätzündern" den Zugang zu den Leistungsmannschaften ermöglichen.

 

Im taktischen Bereich ist es nicht notwendig und wünschenswert, dass in allen Projektmannschaften die gleichen Spielzüge und Taktiken gespielt werden, da sich vielseitig geschulte Spieler entwickeln sollen. Außerdem wird es so vermieden, dass die Gegner sich leicht auf das taktische Konzept der Paderborner oder Salzkottener einstellen können. Eine gewisse Orientierung am Spielschema der nächst höheren Mannschaft sollte aber dennoch gegeben sein, um eine ständige und vollständige Umstellung der Spieler beim Mannschaftswechsel zu vermeiden und Mehrfacheinsätze in verschiedenen Teams zu vereinfachen.

 

Einzelheiten zum sportlichen Konzept und den Anforderungen in den verschiedenen Altersklassen befinden sich auf den folgenden Seiten.

 

U8:
Grundlagentraining und allgemeiner Kindersport ohne Sportartspezialisierung mit dem Schwerpunkt einer allgemeinen Ballschule, 1x pro Woche Training.

 

U10:
Einstieg in den (Mini-) Basketball: Erwerb grundlegender Techniken, freies Spiel im Angriff
allgemeine Koordinationschulung, Teilnahme an 1-2 Turnieren, 1x pro Woche Training.

 

U12:
Breite technische Grundausbildung (Nutzen des guten Lernalters), der erste Angriff ist immer der FastBreak, sonst Positionsangriff, aber keine feste Positionsdifferenzierung (jeder Spieler sollte verschiedene Positionen kennen lernen), Teilnahme am Liga-Spielbetrieb, Athletiktraining: allgemeine Laufschulung (Koordination), 2x pro Woche Training.

 

U14:
Stabilisierung und Erweiterung des technischen Repertoires, individualtaktische Orientierung (1 gegen 1), Mann-Mann-Verteidigung / Mann-Mann-Pressverteidgung (mit und ohne Doppeln), FastBreak (3 Spuren-Überzahlspiel, Alles sehr flexibel).
Positionsangriff: Spiel 1:1 mit Anschlussbewegung (Penetration/Pitch), freie Cutbewegungen mit Aufrücken, Positionswechsel (Exchange).
athletisches Grundlagentraining ohne größere anaerobe Anteile (Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination, Kräftigung vor allem mit dem eigenen Körper), 3x pro Woche Training, 1x pro Woche (individuelles) Zusatztraining.

 

U16:
Schwerpunkt Wurf: Entwicklung des Sprungwurfes, aus verschiedenen Situationen werfen (nach Dribbling, Pass....), Bedeutung des Pass akzentuieren.
Fastbreak: Einführung des 1. Trailers, Mann-Mann-Verteidigung, Mann-Mann-Presse mit Doppeln (Run and Jump Prinzipien),
Positionsangriff: Orientierung am "Passing-Game" (Motion Offense), Grundprinzip: Cut mit Auffüllen, später: Gegenblock, Pick and Roll, spezielle Stärken über einfache Positionsangriffe nutzen.
verstärktes Training der athletischen Grundlagen: Grundlagenausdauer, Kraftausdauer, anaerobe Belastungsformen.
3x pro Woche Mannschaftstraining, 1-2x pro Woche (individuelles) Zusatztraining.
Für den älteren Jahrgang, kann es in besonders talentierten Einzelfällen auch schon zu Einsätzen in Seniorenteams kommen.

 

U18:
Stabilisierung des Sprungwurfes, Werfen unter (Zeit-) Druck, Fastbreak: Spiel mit dem 2. Trailer (Secondary Break), Verteidigung: Zonen und Zonenpressformen.
Angriff: einfache Angriffsmuster im Positionsangriff, Pick and Roll-Spiele, Basis ist aber weiter die Motion Offense, spezielle Spiele für individuelle Stärken

 

Athletik: Krafttraining, alle weiteren Grundlagen weiter entwickeln(Grundlagenausdauer!!)
Einstieg in den Seniorenbasketball (dem jeweiligen Leistungsvermögen des Spielers angepasste Liga)
3x pro Woche Mannschaftstraining, 1-3 pro Woche (individuelles) Zusatztraining, bzw. Training in Herrenteams.

 

U19:
Die Jugendlichen absolvieren nun eine am Training der hochklassigen Seniorenmannschaften, orientiertes Hochleistungstraining. Die U19-Mannschaft dient neben dem Training vor allem dazu, auf hohem sportlichen Niveau (NBBL) Spielpraxis zu erlangen und sich an den Seniorensport heranzuarbeiten. Die taktische Ausrichtung orientiert sich jetzt voll am Seniorenbasketball. Das Training wird von professionellen Trainern geleitet, die auch den leistungsgerechten Einsatz der U19-Spieler in der Jugend- und einer Seniorenmannschaft koordinieren. Je nach Spielklasse der Seniorenmannschaft und Perspektive trainieren die Spieler 4-10 mal pro Woche. Dabei erfolgt ein Mannschaftstraining mit der U19-Mannschaft dreimal in der Woche. Der Rest der Trainingseinheiten wird in hochklassigen Seniorenteams (ab Oberliga aufwärts) oder auch in der U18-Mannschaft geleistet. Dazu kommen Kraft- und Athletiktrainings.

 

Überall gilt es als Basis das Spiel 1:1 mit den Folgeaktionen (Pitch/Kick out) zu stärken und weiter zu entwickeln.

 

Das Zusatztraining ist meist Individual- oder Kleingruppentraining, z.T. auch zusätzliches Athletiktraining

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